Gesund und Fit

Während Ihrer Schwangerschaft sorgen Hormone für grundlegende Veränderungen der körperlichen Belastbarkeit. Auch das Baby in Ihrem Bauch, das täglich an Gewicht zulegt, kostet zusätzliche Kraft. Wichtig ist es, trotzdem aktiv zu bleiben und sich zu bewegen. Wenn Sie die neun Monate nur „absitzen“, langweilt sich Ihr Kind, denn es reagiert schon im Mutterbauch auf Geräusche und Berührungen.

Trotz all der Freude auf das Kind und die Veränderungen des eigenen Körpers während einer Schwangerschaft kann es zeitweise zu Beschwerden und Unwohlsein kommen. Das kann man in den meisten Fällen nicht verhindern. Am Besten ist es, sich einfach nicht die Freude verderben zu lassen. Hier eine Übersicht über typische Schwangerschaftsbeschwerden und ein paar Tipps, wie man ihnen begegnen kann.

Übelkeit und Erbrechen: Davon sind die meisten Schwangeren betroffen. Halten Sie durch, nach der 12. Woche sollte es vorbei sein. Frauen reagieren in der Schwangerschaft sehr empfindlich auf Gerüche und Geschmack von Speisen und Getränken. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn Ihnen schon von einem bestimmten Geruch schlecht wird oder sie plötzlich gängige Nahrungsmittel nicht mehr vertragen. Trinken Sie morgens vor dem Aufstehen in kleinen Schlucken eine Tasse Tee und dazu essen Sie eine Scheibe trockenes Brot. Meiden Sie stark gewürzte und fettige Speisen und nehmen Sie lieber mehrere kleine als wenige große Mahlzeiten zu sich.

Zahnfleischbluten: Ganz wichtig ist eine regelmäßige Zahnpflege und der Besuch beim Zahnarzt möglichst bereits bei Kinderwunsch. Er kann den Zustand des Zahnfleisches prüfen und Zahnfleischbluten vorbeugen, sowie vorhandene Schäden an den Zähnen sanieren. Nach Eintritt der Schwangerschaft kann ein durch die hormonelle Umstellung erhöhter Säuregehalt im Speichel den Zahnschmelz anfälliger machen. Auch tritt in der Schwangerschaft häufiger Zahnfleischbluten auf als sonst, wodurch es leichter zu Infektionen kommen kann. Diese wiederum stellen eine Gefahr für den ungestörten Schwangerschaftsverlauf dar.

Brustspannen / Empfindlichkeit der Brustwarzen: Schon zu Schwangerschaftsbeginn kann eine stärkere Hormonproduktion die Brust berührungsempfindlicher und sensibler machen. Linderung bringen ein entspannendes Bad und ein warmer Lavendel-Umschlag.

Krampfadern: Während der Schwangerschaft sorgen Hormone für eine bessere Dehnbarkeit des Bindegewebes. Dies dient der Geburtsvorbereitung, kann aber auch die Venenwände instabiler machen. Außerdem wird durch den wachsenden Bauch Druck auf die Venen im Beckenbereich ausgeübt – ebenfalls eine Erklärung für die stärkere Belastung der Beinvenen. Versuchen Sie, sich stets zu bewegen und nicht zu lange zu stehen und zu sitzen. Legen Sie öfter mal die Beine hoch oder erfrischen Sie Ihre Beine durch kalte Güsse. Stützstrümpfe oder Strumpfhosen helfen ebenfalls, es gibt sie inzwischen in modernen Farben und angenehmen Materialien.

Hämorrhoiden: Nicht selten kommt es während der Schwangerschaft zu Hämorrhoiden. Dies sind nichts weiter als kleine erweiterte Äderchen im Analbereich, die jedoch mit Juckreiz, Wundsein und gegebenenfalls sogar Schmerzen beim Stuhlgang einhergehen. Ernähren Sie sich ballaststoffreich und nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich. Außerdem helfen Sitzbäder mit Kamillentee oder Eichenrinde.

Sodbrennen: Während der Schwangerschaft wächst die Gebärmutter und drückt leicht gegen den Magen. Dadurch kann es passieren, dass manchmal ein wenig Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Meiden Sie würziges und fettiges Essen. Auch Kaffee und Süßigkeiten können ein Grund für Sodbrennen sein. Wichtig ist es, lieber mehrmals am Tag kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, statt wenige große. Lassen Sie sich viel Zeit beim Kauen. Milch, Haselnüsse und Haferflocken neutralisieren zudem die Säure.

Harnfluss: Wenn die Gebärmutter größer wird, drückt sie früher oder später auf die Blase. Sicher werden Sie öfter auf die Toilette gehen müssen. Trainieren Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur, was im späteren Teil der Schwangerschaft ohnehin sehr wichtig wird.

Müdigkeit und Stimmungsschwankungen: Ihr Körper arbeitet während der Schwangerschaft stets auf Hochbetrieb. Dass Sie sich oft müde fühlen, ist daher nicht verwunderlich. Außerdem tragen die Hormone noch einen erheblichen Teil dazu bei, dass Ihre Stimmung ins Schwanken gerät. Gönnen Sie sich sehr viel Ruhe und Schlaf. Außerdem kann es helfen, einen ruhigen Spaziergang an der frischen Luft zu machen.

Rückenschmerzen: Denken Sie immer daran, dass Sie mit Ihrem Kind ein erhebliches Zusatzgewicht mit sich herumtragen. Wichtig ist es deshalb, Rücken und Gelenke bestmöglich zu schonen. Halten Sie Ihren Rücken gerade und gehen Sie beim Bücken in die Knie. Ihre Gelenke werden es Ihnen zudem herzlich danken, wenn sie sich beim Schwimmen oder bei Wassergymnastik erholen dürfen.

Nasenbluten / verstopfte Nase: Während der Schwangerschaft werden Ihre Schleimhäute besser durchblutet, was bei manchen Frauen häufigeres Nasenbluten zur Folge hat. Außerdem kann es vorkommen, dass Ihre Nase öfter verstopft ist ohne dass Sie einen Schnupfen haben. Um Abhilfe zu schaffen, sorgen Sie für feuchtes Raumklima und halten Sie Ihre Schleimhäute mithilfe von Nasenölen feucht.

Verstopfung: Ihre Verdauung läuft während der Schwangerschaft langsamer ab als sonst. Das kann zu Verstopfungen führen. Als Folge können sich außerdem durch starkes Pressen beim Stuhlgang Hämorrhoiden bilden. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, viel Gemüse und Ballaststoffe sowie ausreichend Flüssigkeit und viel Bewegung.

Schwangerschaftsstreifen: Auf das Erscheinen von Schwangerschaftsstreifen hat man nur bedingt Einfluss. Vielmehr spielen der Hauttyp und die Elastizität der Haut eine große Rolle. Was Sie tun können, sind regelmäßige Öl-Massagen.

Wassereinlagerungen / Ödeme: Wenn sich im Gewebe Wasser einlagert, kommt es mitunter zu Schwellungen in Beinen und Füßen (Ödeme). Dieses Symptom ist typisch für das Endstadium der Schwangerschaft und hat normalerweise die gleichen Gründe wie die Entstehung von Krampfadern. Meistens gehen die Ödeme schnell wieder weg, nachdem Sie ein Bad genommen und die Beine hochgelegt haben. Sollte das nicht der Fall sein, kontaktieren Sie unbedingt Ihren Arzt! Es kann sich möglicherweise um ein Zeichen für eine Schwangerschaftskomplikation handeln, die mit erhöhtem Blutdruck verbunden ist und Ihnen und Ihrem Kind schaden könnte.