Ernährung

Auch wenn es Ihnen vielleicht noch unwirklich vorkommt: Das Baby in Ihrem Bauch braucht Ihre Liebe und Fürsorge. Die richtige Ernährung ist dabei ein wichtiger Schlüssel. Ihr Baby hat einen direkten Draht zu Ihnen: die Nabelschnur. Sie bestimmen durch Ihre eigene Ernährung, ob dem Kind alle für die Entwicklung notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.Je ausgewogener Ihre Ernährung, desto besser die Voraussetzungen für Ihr Kind.

Die Familie der B-Vitamine umfasst eine ganze Reihe von Verbindungen, die zum Teil Hand in Hand arbeiten. Für den Eintritt und den reibungslosen Verlauf von Schwangerschaft und Stillzeit ist besonders wichtig, rechtzeitig mit einer ausreichenden Versorgung mit Folaten zu beginnen. Folate finden sich vorwiegend in Blättern (Folium = Blatt) von grünem Gemüse. Ihre Aufgabe besteht vorrangig darin, die Zellteilung zu regulieren und damit für eine gesunde Entwicklung zu sorgen. Wichtigste Partner der Folate sind die Vitamine B6 und B12. In der Frühschwangerschaft kann eine Unterversorgung mit diesen Vitaminen für Fehlbildungen im Bereich des Rückenmarkes mit verantwortlich sein. Da viele Frauen zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher wissen, dass sie schwanger sind, sollten Sie bereits ab dem Zeitpunkt des Kindewunschs auf die ausreichende Zufuhr dieser wichtigen Vitamine achten. Auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft mit Milliarden von Zellteilungen spielen B-Vitamine eine herausragende Rolle.

Omega-3-Fettsäuren: Alle Zellen des menschlichen Körpers sind mit einer Zellmembran umgeben die die Zellen auf der einen Seite schützt und abgrenzt, aber andererseits auch einen Austausch von Stoffen und Informationen gewährleistet. Ganz wichtiger Baustein für diese „dynamische Grenzanlage“ sind bestimmte Fettsäuren, die der Körper – genau wie Vitamine – nicht selbst bilden kann. Gerade in der Schwangerschaft kommt es darauf an, diese wichtigen Bausteine mit der Nahrung ausreichend zuzuführen. Docosahexaensäure (kurz DHA) – eine dieser so genannten Omega-3-Fettsäuren – trägt unter anderem zur normalen Entwicklung des kindlichen Gehirns und des Sehvermögens bei. Expertengremien in Sachen Ernährung empfehlen daher Schwangeren und auch stillenden Frauen eine tägliche Aufnahme von 200mg DHA. Reich an DHA sind fette Seefische wie Lachs, Thunfisch und Makrelen. Da diese aber mitunter mit Schadstoffen belastet sein können und außerdem Fisch gerade in der Schwangerschaft nicht jedermanns Sache ist, bietet sich die Sicherstellung der DHA-Versorgung über Vitalstoffprodukte an.

Jod: Das Spurenelement Jod ist Bestandteil der Hormone aus der Schilddrüse. Diese sorgen für einen optimalen Energiestoffwechsel in den Zellen von Mutter und Kind. Außerdem sind sie an der Steuerung des Wachstums und der Entwicklung des kindlichen Gehirns beteiligt. Trotz Jodierung von Salzen und anderen Lebensmitteln ist in Deutschland eine Unterversorgung mit Jod zu verzeichnen. Auch für Jod kommen als Nahrungsquelle vorrangig Fischmahlzeiten in Frage.

Calcium und Vitamin D: Eine ausreichende Calciumversorgung ist gleich aus mehreren Gründen wichtig: Calcium wird zum Aufbau von Knochen und Zahnschmelz bei Mutter und Kind benötigt. Weil die Mutter das Kind aus ihrem eigenen Vorrat mitversorgt, birgt eine Schwangerschaft für Frauen mit geringer Knochendichte zusätzliche Risiken. Durch eine ausreichende Zufuhr mit der Nahrung können Sie gezielt gegensteuern. Calcium nimmt man beispielsweise mit der Milch auf. Vitamin D bringt Calcium ans Ziel. In seiner aktiven Form sorgt es dafür, dass Calcium aus der Nahrung überhaupt ins Blut und später in die Knochensubstanz gelangen kann. Aber es kann auch noch viel mehr: Studien zeigen einen Einfluss von Vitamin D auf das Immunsystem, was beispielsweise bei der Entstehung von Allergien von Bedeutung sein kann. Vitamin D kann in den Zellen der Haut unter Einfluss von Sonnenlicht gebildet werden. In unseren geografischen Breiten ist das aber nur von etwa April bis Ende September möglich. Im Winterhalbjahr muss Vitamin D mit der Nahrung zugeführt werden. In relevanten Mengen findet man Vitamin D in Seefischen.